29. Jul 2009

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Kreatief

Kreatief

Was macht einen wahrhaftigen kreativen Menschen aus? Sei es Designer, Musiker, Dichter, Autor oder sonstwas. Was macht diese Menschen so einzigartig?

Das Kreatief – ja, das ist kein Rechtschreibfehler, sondern klarerweise das Ergebniss der sich zwei kreuzenden Worte: Kreativ und Tief, und heisst nichts anderes als ein Kreativ-Tief durchzumachen – verwirrend, nicht?

Nunja, so geht es auch den meisten die diese Zeit durch machen. Ein Kreatief kann ziemlich böse enden und letztendlich sogar den Beruf selbst kosten. Es zeichnet sich durch totale Lustlosigkeit aus, und verhindert einen klaren Gedanken zu fassen.

Doch wie kommt es zu einem Kreatief? Und weshalb zieht es sich so lange hin?

Meistens entsteht ein Kreatief, wenn man sich, verhältnissmässig, zu lange mit einem einzelnen Projekt beschäftigt – also wenn man an einem Projekt, für das man weniger Zeit einkalkuliert hat, am Ende doppelt so lang dran sitzt.

Aber ein solches Kreatief kommt auch wenn man sich länger nicht mit der ‘Materie’ befasst hat – schliesslich ist es ein enormer Aufwand immer auf dem aktuellen Stand zu bleiben. Ist man dies mal für eine Zeit lang nicht (einige Monate), verliert man schnell den Überblick und muss sich erst erneut einarbeiten (dies kann man speziell Web- & Grafik Designer anrechnen)

Der letzte mögliche Grund tritt zwar selten ein, jedoch kann auch er ein Kreatief negativ beeinflussen – zwar die ‘veränderten Lebensumstände’. Hierzu muss man sich vor Augen halten wie ’sensibel’ ein kreativer Geist eigentlich ist. Den ein solcher bekommt nicht nur die Grundidee von etwas – sondern in Sekunden wird ein Grossteil schon im Kopf ‘virtualisiert’:

  • Wie soll die Website aussehen?
  • Welche Effekte nutze ich in dem Video?
  • Welches Marketing betreibe ich für Projekt XY?
  • Wie mache ich auf mich aufmerksam?
  • Wie steche ich am besten heraus?

Ein Kreativgeist ist eine Maschine für sich – schneller als viele zusammengeknüpfte Prozessoren – doch wie schon erwähnt – auch sehr sensibel.

Ändert sich nun ein Lebensumstand, sei es der Umzug in eine neue Stadt in die man nur zieht wegen des Jobs, oder der Verlust eines geliebten Menschen, oder auch das Gegenteil – der Gewinn eines neuen Menschen.

Natürlich können auch mehrere Symptome zur selben Zeit auftreten wie in meinem persönlichen Fall. Seitdem mein Sohn geboren wurde, habe ich im keinen Kopf für meine Projekte. Immer wieder setz ich mich zwar hin und versuche zwanghaft irgendwas zu vollenden, doch funktioniert dies nicht immer so einfach – schon gar nicht wenn ich mich ihm stündlich zu Wende. Kreative Denkpausen habe ich seit eher nicht mehr gehabt, und komme auch nicht wirklich dazu. Klar, mein Sohn sollte mich eher inspirieren – das tut er auch – jedoch auf eine Weise die für mich sehr neu ist, den ich weiss mit dieser Art von Inspiration noch nicht viel anzufangen.

Prokrastination

Weiters hat mich auch ein Bericht ein wenig beunruhigt den ich im letzten ‘Welt der Wunder’ gelesen habe – ein Bericht über “Prokrastination” (zu dt. “Aufschub” oder auch “Verzögerung”)

In diesem Artikel wird erklärt was dieser Begriff bedeutet, und unter welchen Symptomen, diese Art der psychischen Krankheit, auftritt. Laut der Recherche von WDW leiden meistens kreative Menschen (Künstler, Erfinder,…)  an dieser, gar nicht mal so seltenen, Krankheit. Immer wieder werden Dinge aufgeschoben, zumeist wichtige, und durch weniger wichtige ersetzt. Aber zur Prokrastination zählen auch Menschen die Dinge (zb Projekte) anfangen und sie nicht zu Ende bekommen (ausgenommen Beziehungen) entweder weil sie es nicht können, oder es nicht wollen.

Und am schlimmsten trifft es die Perfektionisten – für die einfach nie etwas gut genug ist – und sich dadurch gewisse Tätigkeiten bis in die Unendlichkeit hinauszögern. Speziell in dieses Feld kann ich mich besonders gut hinzuzählen.

Experten unterscheiden zwischen den beiden Formen ‘Arousal Procrastinator’ und ‘Avoidance Procrastinator’. Hier muss ich sagen das meiner Meinung nach die meisten Freelancer im Web (die an Prokrastination erkrankt sind) auf die 1. Variante zutreffen. Hierbei handelt es sich genauer gesagt um diejenigen die meinen erst kurz vor Abschluss/Abgabe eines Projektes kreativ werden zu können

…Er geniesst den Rauch, in den er unter Zeitdruck gerät, und ist davon überzeugt, dass er zwei Wochen früher keinen sinnvollen Gedanken hätte fassen können

Wer kennt das nicht? Wie oft haben wir uns schon gesagt das es sich ausgeht, und am Ende sind wir doch noch 2-3 Tage am Stück gesessen um etwas fertig zu bekommen?

Bei der 2. Variante handelt es sich um diejenigen die Angst haben zu versagen – und deshalb komplexere Aufgaben meiden. Von dieser Gattung sind knapp nur 15% betroffen und im Business Bereich gibt es sicherlich kaum welche, da sich solche Personen gar nicht lange halten könnten.

Einen Wehrmutstropfen gibt es doch noch

Leonardo da Vinci litt womöglich auch an Prokrastination. Seine Notizhefte (rund 6000 Seiten) sind gefüllt mit tausenden Notizen, Skizzen und Plänen von verschiedensten, zumeist militärischen, Maschinen aber auch Baggern, Bohrmaschinen und Flugzeuge, die niemals fertig gestellt wurden. Rund 30 Gemälde hat Leonardo in seinem Leben geschaffen, davon gerade mal 12 als alleiniger Urheber – und unter Experten gilt kaum eines seiner Werke als ‘vollständig’.

Sollten wir mal in die Geschichte eingehen wie einst Leonardo, dann sollte uns die Prokrastination keine Sorgen bereiten – doch auf wem trifft dies schon zu?

Sources
Welt der Wunder
Image from uarrr.org
  1. Klasse Überschrift ;o)

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